Bandname und Titel lässt einen spontan erstmal an eine Band wie Kraftwerk denken, auf jedenfall hart und elektronisch wird es sein. Was aber dann aus den Boxen erklang ist die reinste Zeitreise für mich. Musik angesiedelt zwischen Rock und Pop, sparsam produziert mit guten deutschen Texten. Genau die Mukke die vor knapp 10 Jahren in unserer WG-Küche gelaufen wäre, während man gemeinsam beim Rotwein zusammen saß. Alternativ und intelligent genug, um nicht als Normalo-Musik zu gelten, aber auch gefällig genug, um der damalige musikalisch-brisanten Kombination aus Punker, Gothic und Metaller zu gefallen.
Noch 'ne Band die Deutsch singt könnte man sich schon fast denken, aber der Weg der Photonensurfer ist ein umgekehrter. Dirk und Thorsten gehen nach London in die andere Welt, jobben, suchen, irgendwann die richtigen Kontakte, die Musik fliesst aus der Feder in Englisch der Plattendeal steht, aber das Label geht Pleite. Das Leben geht weiter so auch die Musik und auch weiter in London.
Dort, aus der Distanz, betrachtete Dirk das Deutschsein. Die Sprache, die hängende Haltung, den Habitus. Wie die Engländer die Deutschen sahen. Und sich selbst, plötzlich mit englischer Höflichkeit und dafür ohne Muttersprache. Irgendwann wurde ihm klar, daß er deutsch singen wollte. „Ich wollte verändern, deswegen musste ich etwas besser machen, etwas anders machen,“ sagt er. Aufgrund der Krankheit seines Vaters kehrte er zurück nach Berlin. Kumpel Thorsten klinkte sich aus, der Kontakt brach ab. Dirk baute ein kleines Studio, zog sich zurück, schrieb ein halbes Jahr lang nichts als Songs, auf deutsch, allein. „Meine Rückkehr war für mich ein Neuanfang. Ich hab in London viel gelernt, vor allem meine Naivität abzustreifen,“ erinnert er sich. Vielleicht kommt aus dieser Zeit der Zäsur seine ureigene Art mit Sprache umzugehen, zu singen, zu reimen. Manchmal hat man das Gefühl (wie etwa bei ”Sterne“) seine Stimme sei mehr Instrument als alles andere, denn sie phrasiert dort wo es Wort UND Musik erfordern. Allein produzierte er zunächst Demos, bot sie an, erhielt erste Angebote, verwarf sie, lernte sein Berliner Management kennen, schließt einen Vertrag mit dem Label Motor und entwickelte gemeinsam ein langfristiges Konzept, das auf zwei Dingen beruht: miteinander wachsen und gemeinsam ankommen. Er wurde zum Photonensurfer.
”Nur weil es so schon immer war, werden die Lügen auch nicht wahr. Ein solches Ende wär nicht das erste Mal.....“ “ (Neue Weltordnung)
Drum sind Tatsachen wichtig:
Video
Photonensurfer (WMA) und die
Homepage der Surfer hält noch einige Probestücke bereit.
Artist:
PHOTONENSURFER
Titel: „Neue Weltordnung“
VÖ: 24.02.2006
Katalog-Nr.: MOT 02452
Label: Motor
Vertrieb: Warner