Das Thema das Tages: Unbekannte Fakten über das Stricken.
Die Technik des Strickens ist schon lange bekannt, was aber nicht so bekannt ist ist dieses:
Als Handwerk wurde das Stricken zur damaligen Zeit nicht von Mädchen und Frauen ausgeübt, sondern Männer beschäftigten sich damit. Noch gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Stricken zunftpflichtig"; die Zunft der Stricker wurde der Tuch- und Barettmacherinnung unterstellt. Das Stricken gewann schon nach wenigen Jahrzehnten solche Bedeutung, daß vorgeschrieben wurde, bei der Ablegung der Meisterprüfung auch einen Strickteppich fehlerlos herzustellen. Diese Strickteppiche und -decken sind ausgestattet mit reichen Tier- und Pflanzenornamenten. Nach der Fertigstellung wurden die Teppiche durch heißes Wasser gezogen, wodurch sie verfilzten, und nachher geschoren. Das Maschenbild verschwand, und man war lange Zeit im Zweifel über die Art der Herstellung. Die älteste erhaltene Arbeit wurde im Heimatmuseum in Neiße verwahrt, entstanden um das Jahr 1667. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg können wir einen Strickteppich aus dem Jahr 1690 bewundern, dessen Farben sich bis auf den heutigen Tag besonders gut erhalten haben; er hat ein Ausmaß von 174 x 160 cm.. Aber nicht nur Meisterteppiche sind im 17. und 18. Jahrhundert entstanden; auch für den häuslichen Bedarf wurde fleißig gestrickt. In einem Frauenzimmer-Lexikon", das im Jahre 1739 erschienen ist, heißt es unter anderem: Stricken ist eine Wissenschaft (!), Strümpfe, Handschuhe, Camisöler, Mützen, Sachen von Seide, Wolle, Zwirn oder Garn vermöge der dazu gehörigen Stricknadeln künstlich ineinander zu schlagen und jedem Stück die gehörige Form zu geben."
Ist von prominenten Strickern des 18. Jahrhunderts die Rede, so wird Marie Antoinette genannt und auch von Friedrich dem Großen wird behauptet, daß er sich in seinen Mußestunden ab und zu auch mit Stricknadeln die Zeit vertrieb.
Quelle und der
Beitrag von Robert im LI-Forum (mit weiteren Links), der mir diese Einsicht gab.