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Chihiros Reise ins Zauberland
Abenteuer-Zeichentrickfilm, J 2001 Freitag, 14.04.2006
Beginn: 20.15 Uhr Ende: 22.35 Uhr Länge: 140 Min.
Chihiro und ihre Eltern ziehen in die Nähe von Tokio. Auf der Fahrt dorthin kommt die Familie von der Route ab und landet in einer seltsamen Welt. Sie scheint menschenleer zu sein. Es dauert nicht lange, und Chihiros Eltern verwandeln sich in dieser fremden, unheimlichen Gegend in Schweine. Was tun? Chihiro steht alleine da. Bis sie auf den Jungen Haku trifft. Der verrät ihr, dass die sonderbare Stadt von einer bösen Hexe namens Yubaba regiert wird. Wer sich gegen sie stellt, wird in Tiere verwandelt. Chihiro beschließt, ihr Leben und das ihrer Eltern zu retten...
Chihiro ist traurig. Ihre Eltern haben ein neues Zuhause vor den Toren Tokios gefunden. Nur schweren Herzens nimmt das Mädchen Abschied von ihren Freunden. Die Eltern interessiert das Unglück ihrer kleinen Tochter wenig, sie sind viel zu sehr damit beschäftigt, die richtige Route zum neuen Haus zu finden. Auf ihrer Irrfahrt landet die Familie schließlich in einer Sackgasse, vor einer riesigen Mauer mit einem sonderbaren Tor. Neugierig steigen die drei aus. Doch was ist das? Kaum haben sie das Tor geöffnet, stehen sie in mitten einer gigantischen Stadt, die jedoch menschenleer zu sein scheint. Suchend laufen Chihiro und ihre Eltern umher und gelangen in ein Restaurant mit lauter Tischen voller Köstlichkeiten. Als Chihiros Eltern davon kosten, verwandeln sie sich vor den Augen ihrer entsetzten Tochter in Schweine. Was geht hier nur vor sich? Geschockt nimmt das Mädchen Reißaus. An einem Fluss trifft Chihiro auf den Jungen Haku, der ihr erklärt, wo sie gelandet ist: in einer Stadt der Götter und Geister. Alle Menschen, die diese Stadt betreten, werden in Tiere verwandelt und verspeist. Es sei denn, sie stehen im Dienst der mächtigen Herrscherin Yubaba. Eine böse Hexe, die nicht nur scheußlich aussieht, sondern auch scheußliche Dinge tut. In ihrer Not beschließt Chihiro für Yubaba zu arbeiten. Es gelingt ihr eine Anstellung als Dienstmädchen zu bekommen. Bei ihrer Arbeit lernt sie die Dienerin Lin kennen. Von ihr erfährt Chihiro, dass Haku im Auftrag der Hexe in einen Drachen verwandelt wurde, um von Yubabas Schwester, einer guten Hexe, ein Zaubersiegel zu stehlen. Dies bringt Chhiro auf eine Idee. Sie will das Siegel zurückbringen, damit ihr die gute Hexe Zeniba hilft, ihre Eltern und Haku von dem bösen Zauber zu befreien. Ein beschwerlicher Weg liegt vor dem Mädchen, doch es ist nicht allein. Mutige Begleiter haben sich Chihiro angeschlossen: eine kleine Maus, ein Fliegenvogel und ein Geist namens Ohngesicht. Endlich bei Zeniba angekommen, wird das Mädchen zwar liebenswürdig empfangen, doch so einfach ist das mit der Befreiung der Eltern nicht, wie sich herausstellt...
'Chihiros Reise ins Zauberland' ist die japanische Antwort auf 'Alice im Wunderland'. Ein großartiger Animationsfilm mit liebevoll ausgefeilten Details, reichlich Spannungsmomenten und viel Fantasie. Ein modernes Märchen mit einer pfiffigen Heldin, die den Wandel vom ängstlichen kleinen Mädchen zum mutigen Menschenkind bravuorös meistert.
Auf den 'Internationalen Filmfestspielen Berlin' gewann der Animationsfilm 2002 den Goldenen Bären. Publikum und Presse waren begeistert! Noch im selben Jahr wurde 'Chihiros Reise ins Zauberland' als 'Bester Animationsfilm' bei den 'L.A. Film Critics Association Awards' ausgezeichnet. 2003 räumte das japanische Meisterwerk um das Mädchen Chihiro in den USA gar den 'Oscar' ab. Mit über 21 Millionen Besuchern allein in Japan wurde der Zeichentrickfilm zum erfolgreichsten Film aller Zeiten außerhalb der USA. Er ist als Parabel zu verstehen, in der Macht als falscher Wert dargestellt wird. Die Welt zeichnet sich als Überfluss-Gesellschaft ab, in der Herz und Individualität keine Rolle mehr spielen. Einzig Freundschaft und Liebe können dem hoffnungslosen Zustand ein Ende bereiten. Eine Botschaft, die sich bei Weitem nicht nur an Kinder richtet.
'Ein in seiner epischen Breite beeindruckender, Emotionen und Erkenntnislust gleichermaßen ansprechender Fantasy-Zeichentrickfilm, der die vielschichtigen Elemente des Märchens nicht nur zur Unterhaltung, sondern darüber hinaus zur Selbständigkeit und der Bereitschaft, Probleme zu lösen, animiert', urteilte der 'filmdienst' 2003.
Für die deutsche Fassung konnten prominente Synchronstimmen gewonnen werden. So spricht Sidonie von Krosigk, die Millionen Kindern als Stimme von 'Bibi Blocksberg' bekannt ist, die Titelheldin Chihiro. Außerdem sind Sängerin und Schauspielerin Nina Hagen (Yubaba, Zeniba), ihre Tochter Cosma Shiva Hagen, ebenfalls Schauspielerin (Lin), und 'Gute Zeiten, Schlechte Zeiten'-Darsteller Tim Sander (Haku) mit von der Partie.
Hayao Miyazaki - Der japanische Regisseur von Animationsfilmen und Manga-Zeichner Hayao Miyazaki (geb. 1941) gilt in seiner Heimat und mittlerweile auch über die Grenzen Japans hinaus als einer der Besten seines Fachs. Bereits 1963 startete der Regisseur seine Karriere, damals in den japanischen 'Toei Douga Studios'. Dort lernte er die Grundkenntnisse des Animationsfilms. 1978 kam seine erste TV-Animations-Serie ins japanische TV: 'Future Boy Conan'. Ein Jahr später kam sein erster Film heraus: 'Arsene Lupin and the Castle of Cagliostro'. Nachdem sein Werk 'Nausicaä of the Valley of the Winds' (1984) überragende Erfolge feiern konnte, gründete Hayao Miyazaki die Zeichenstudios 'Studio Ghibli', für die er in den kommenden Jahren ausschließlich arbeitete. 1997 brachte ihm 'Prinzessin Mononoke' seinen ersten japanischen 'Oscar' ein. 2001 schließlich sorgte der Regisseur mit 'Chihiros Reise ins Zauberland' weltweit für Furore. Hayao Miyazaki wurde für sein modernes Märchen mit zahlreichen Preisen und einem Oscar geehrt. Zuletzt erregte der Regisseur mit dem Film 'Das wandelnde Schloss' (2004) Aufsehen, der Ende August auch auf deutschen Leinwänden zu sehen sein wird. Der Kinofilm basiert auf einer Geschichte der britischen Kinderbuch-Autorin Diana Wynne Jones (geb. 1934), die sich mit Fantasie-Geschichten einen Namen gemacht hat.