Der kreative Kopf hinter der
Fighterfitness und erfolgreiche Trainer im Brazilian Jiu Jitsu Björn Friedrich
bloggt seit einiger Zeit - leider gerade erst gesehen. Die Einträge drehen sich thematisch um Trainingsphilosophie und Kämpferweisheiten aus der Welt der Matte und schnellen Submissions, sind nicht häufig dafür aber inhaltich gehaltvoll.
Brazilian Jiu Jitsu ist ein relativ modernen Stil, der von Carlos und Helio Gracie aus dem japanischen Jiu Jitsu entwickelt wurde. Dabei legten die Gracies wert darauf, dass auch körperlich Schwächere die Techniken einsetzen konnten und - mit dem Hintergrund des harten brasilianischen Strassenlebens - auch einen praktischen Nährwert hatten. Der praktische Erfolg dieses System ließ sich dann in den frühen 90ern sehen.
Ultimate Fighting ging bei den Pay Sendern auf Sendung, ein Wettkampf bei dem es kaum Regeln gab und jeder Stil erlaubt war.
Was dort passierte ist bis heute Kampfsportgeschichte, der eher schmale Roice Gracie zwang alle seine Gegner zur Aufgabe und wurde dreima Championl und das mit einem Stil, der bis dahin als altertümlich verlacht wurde.
Schnell wurde aber klar, dass stehende Techniken wie Karate, Kung Fu oder Boxen keine Chance gegen einen "Ringer" hatten, der sie als erstes von den Füssen holte und dann einen Knoten in die Knochen machte. Die Einsicht veränderte die Kämpfe im Ultimate Fighting nachhaltig, alle Kämpfer trainierten Ringertechniken und Submissions, denn nur so war der Kampf im Ring zu überstehen. Dieser Umschwung in der Technik ging aber auf Kosten der Zuschauer, es ist für den actionverwöhnten TV-Junkie nicht sehr spannend zu zu sehen, wie sich zwei Kämpfer minutenlang in einem Haltegriff auf dem Boden fesseln. Das war die Geburtsstunde der
K1 und
Pride Wettkämpfe, bei denen die Kämpfer in allen Stilen gegeneinander antreten dürfen, aber ohne die Bodentechniken. Insbesondere K1 hat in Japan Einschaltquoten, die jeden Fernsehmanager glücklich machen und gewinnt auch langsam in Deutschland an Beliebtheit (über Eurosport).
Bevor aber jetzt die intellektuellen Besserwisser was von "Gladiatorenkämpfen" (die im übrigen sehr sehr strenge Regeln hatten) von "Dumpfbacken" faseln :
Das Verletzungsrisiko ist deutlich geringer als z.Bsp. beim Boxen, da die K.O.s sehr schnell sind und kein Hirnschaden durch dauerhafte "Nehmerqualitäten" erzeugen. Selbst Fussball hat häufig ernstere Verletzungen.
Die Kämpfe sind fair und zeichnen sich durch grossen Respekt der Teilnehmer miteinander aus. Das im Boxen so typische Bad Boy Image ist hier ungerne gesehen und der Kampf spielt sich nur im Ring und nur sportlich ab.
Die
Dumpfbacken (Zitat eines Kollegen) sind laut einer aktuellen Erhebung interessanterweise zum grossen Teil Sanitäter, Feuerwehrmänner oder Polizisten...