Am Freitag lud das Szenario im Auflauf zur Fantasy-Lesenacht bei dem drei Fantasy-Autoren völlig unterschiedlicher Richtungen des Genres Fantasy Passagen aus ihren Büchern lasen und sich danach einer interessanten Frage und Diskussionstunde stellten.
Ärgerlich war allerdings, dass die Veranstalter des Szenarios überhaupt keine Werbung für diese doch sehr hochkarätige Veranstaltung gemacht haben, hätte sie doch deutlich mehr Besucher verdient. So saßen im Publikum bis auf zwei Ausnahmen nur Freunde und Bekannte der Autoren, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Eher im Gegenteil, die Stimmung wurde so recht gemütlich-familiär und man konnte auch mal rumflaxen ohne, dass die Gefahr bestand, dass die falsch verstanden werden könnte.
Die Dreier-Lesung war eine Premiere für die Autoren, aber das Konzept ging voll auf, obwohl die Arten der Fantasy gänzlich unterschiedlich waren.
Den Beginn machte
Thomas Finn, der aus seinem Roman "Chroniken der Nebelkriege" vorlaß und das Genre des fantastischen Jungendbuches vorstellte (auch All-Age-Literatur genannt, wie ich an dem Abend gelernt habe). Die Geschichte ist klassische Fantasy: Ein junger Held muss in Begleitung einer sehr gemischten Gruppe, eine Prophezeiung erfüllen und gegen das Böse der Welt ankämpfen. Dabei greift Finn auf den sehr reichhaltigen Schatz der Märchengestalten zurück, die in einem alternativen Europa ihr Leben eingehaucht bekommen. Die Triologie ist sowohl von Leser- als auf von Kritikerseite sehr positiv aufgenommen worden und macht auch Erwachsenen Fans Spaß sich auf die Reise von Hammaburg ins Alptraum-Gebirge zu machen.
Direkt weiter ging es mit
Heide Solveig Göttner, die die "Insel der Stürme" vorstellte und das Genre der poetischen Fantasy. Die Insel der Stürme ist vor dem Hintergrund der Mythologie und Geschichte Sardiniens entstanden und erzählt die Geschichte drei unterschiedlicher Völker dieser Insel, die das "Ende der Zeit" verhindern wollen. Während die Lesung von Thomas Finn eher amüsant-lebhaft war, beeindruckte Heide Solveig Göttner mit einer poetisch-mystischen Stimmung während ihrer Lesung. Wenn ich eine Schublade aufmachen müsste würde mir Ursala LeGuins Erdsee einfallen oder auch Tanith Lee.
Den Abschluß machte
Christoph Hardebusch mit der Lesung aus "Die Schlacht der Trolle", dem Nachfolgeband zu den "Trollen". Keine Triologie, ohne Prophezeiung und ohne jugendlichen Protagonisten, wie von Chris noch mal ausdrücklich betont wurde. Damit wurde das Gebiet der klassisch-erdigen Fantasy betreten, die mit wenig Magie und ohne Weltuntergang auskommt. Zu dem Buch schreibe ich jetzt mal nichts, weil ich das diese Woche noch rezensieren will.
Im Anschluß an die Lesung betraten noch mal alle drei Autoren die Bühne und stellten sich den Fragen aus den Publikum. Sehr gut fand ich die Idee, daß die ersten Fragen von Natalja, der Moderatorin des Abends, gestellt wurden. Dadurch brach das Eis zum Publikum schneller und es kam zu einer sehr interessanten Diskussion unter den Autoren sowie mit dem Publikum. Der Abend endete in gemütlicher Runde im Auflauf und mit der Ankündigung, dass es im Herbst eine weitere Lesung der drei Autoren in den Kasematten unter dem Schloß geben wird. Dann hoffentlich auch mit Werbung und mehr Zuschauern, denn verdient wäre es.