Etwas später als angekündigt endlich auch die Rezension von mir...
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Nach dem Überraschungserfolg des ersten Bandes "
Die Trolle" führt Chris die Geschichte um Sten und seine ungewöhnlichen Freunde in diesem Band fort. Die Wirrnisse und Abenteuer von damals sind mittlerweile Teil der Geschichte geworden und die Hauptcharaktere finden sich in ihrem neuen Leben mehr oder weniger zu recht... bis eine komplexe Verkettung von Ereignissen die liebgewonnenen Helden vom ersten Teil erneut fordert und ihr Leben gründlich umkrempelt. Mehr will ich zum Inhalt nicht sagen, schliesslich will ich niemanden die Lesefreude nehmen.
Und Lesefreude bereitet dieser Roman wirklich, wenn ich ein Adjektiv für eine Bewertung suchen müsste, wäre es wohl "erwachsener". Die Handlung ist komplexer, verteilt sich auf mehr Handlungsstränge die parallel verlaufen und sich doch immer wieder treffen und zu einer Einheit werden. Alle sind reifer geworden, sowie die Protagonisten als auch der Stil der Erzählung. Der Leser begleitet die Helden nicht mehr nur auf eine Queste quer durch das Land, sondern die Handlung ist eingebettet in ein komplexes Gebilde aus politischen Machtkämpfen und Auseinandersetzungen. Erfrischend ist dabei, dass es mal keine Prophezeiung, Weltenrettung oder ähnlich epische Szenarien gibt, die man sonst in fast jeder Fantasygeschichte findet.
Eigentlich hätte dieser Roman fast mehr verdient "Die Trolle" zu heissen, denn diesmal spielen die "schweren Jungs" wirklich die Hauptrolle und das, ohne auf tumbe Klischees zurückzugreifen. Für mich kam auch der Kulturunterschied zwischen Mensch und Troll deutlich besser rüber als im ersten Band, wobei beide Sichten glaubhaft wirken und so eine spannende Würze in die Dialoge bringen.
Fazit: Absolut lesenswert, für mich bisher der beste Fantasyroman des Jahres.
Eine kleine Erbsenzählerei muss aber doch sein, denn da befinde ich mich auf einem Kreuzug mit Autoren und Lektoren:
Auf einer Bahre liegen keine Verletzten, die liegen auf einer Trage! Die Wesen auf einer Bahre, brauchen keine Heiler mehr.
Für die Feinde von Fortsetzungen: Man kann den Roman auch problemlos ohne Kenntnis des Vorgängers lesen. Die Handlung steht für sich und es gibt genügend Rückblenden, um den Leser mit dem schon geschehenen bekannt zu machen.