Allgemein:
Location: Tanzbrunnen Köln, Teil der Messe Köln.
Unterbringung: In direkter Nähe bei einer Freundin.
Ansonsten müssen Hotels oder normale Zeltplätze genutzt werden, da dass Amphi keine eigenen Zeltplätze stellt.
Organisation: Entspannt, die Security kontrollierte nur die Bändchen, auf sonstige Kontrollen wurde verzichtet, so sollte das eigentlich immer sein.
Meiner Meinung nach war das Festivalgelände nicht für die Anzahl der Besucher geeignet, im Aussenbereich an der Hauptbühne funktionierte noch alles problemlos, aber die Innenbühnen ist einfach um Längen zu klein. Wenn man nicht schon Stunden vorher angestanden hat, gab es keine Möglichkeit einen Hauptact zu sehen. Die Catering-Preise waren schlicht weg unverschämt, was aber wohl auch mit dem Vermieter des Geländes zusammenhängt. Eine Apfelschorle für 4 EU, ein kleines Wasser für 3 erklärt warum es eine Trinkwasser-Stelle gab, damit man wenigstens etwas der Dehydration ohne dicken Geldbeutel entgehen konnte. Bier gab es keines, dafür Kölsch, was auch mit 4 EU zu Buche schlug.
Die Essensstände gaben sich ähnlich: Currywurst Pommes sollte mal eben 6 EU kosten.
Bandline Up: Sehr viel Mainstream und den schlecht gewichtet, Samstag in der Hauptsache Electro auf beiden Bühnen, Sonntag Gothic-Pop. Nur zwei Bands stachen aus dem Einerlei heraus: Electra*Paris und Spritual Front, ungewöhnliches wie etwa eine
Cold Meat Industry Band suchte man vergeblich.
Meine Bands im einzelnen
Samstag
Grendel: Angenehmer Gothic-Techno, leider nichts neues. Das galt für viele Bands, die ihr Programm von vor zwei bis drei Jahren gespielt haben.
Ashbury Heights: Die positive Neuentdeckung für mich. Eigentlich sind wir nur in der Halle geblieben, weil wir wenig Chancen sahen, sonst zu Haujobb wieder reinzukommen. Das Duo aus Schweden macht britischen Electro-Pop im Stil der 80er, sehr melodiös, flott und mit großem Hit-Potential
Haujobb: Ich habe eines der ersten Konzerte von Haujobb gesehen und dies war das letzte. Die Band hat sich aufgelöst mit den Worten "All this Moments lost, like tears in the rain". Glücklicherweise wird es Destroid weitergeben.
Tactical Sekt: Eine meiner Lieblingsbands, da bin ich nicht wirklich objektiv. Wie immer klasse mit ordentlich Druck, spielten sie sich durch ein viel zu kurzes Set, was leider auch keine neuen Songs hatte.
Covenant und Deine Lakeien habe ich nur auf Entfernung gehört, beide Bands schon viel zu oft gesehen, statt dessen war Essen und Shopping-Rundgang angesagt.
Oomph!: Während ich noch im Beachclub verweilte ist Frau Cynx schon mal vorgegangen, da es die Band ihrer Jugendtage war. Routiniert, aber meiner Meinung nach ohne Höhen und Tiefen. Ältere Songs (die ich noch richtig gut finde), gab es leider gar nicht.
Sonntag
Mediaeval Babes: Eine der wenigen ungewöhnlichen Bands des Festivals, die viel zu selten in Deutschland sind. Mittelalterliche Lieder von sieben Frauen fast a cappella interpretiert, einfach zauberhaft.
Spiritual Front: Mafia-Folk, der melancholisch eine lange Straße bei Nacht entlang rockt. Eines meiner Highlights des Festivals, von solchen Bands hätte ich gerne mehr gesehen. Ich frage mich allerdings warum der Sänger auf den CDs so schlecht singen kann, live aber wirklich gut war? Ist das normalerweise nicht umgekehrt?
SPECTRA*Paris: Das genialste Konzert des Festivals, die Sängerin von Kirlian Camera mit ihrem Solo-Project. Kühle Elektronik gepaart mit verstörenden Videos.
Das Ich: Die hatte ich schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen, aber sie haben so gar nichts von ihrem Spielspaß verloren. Ein Rundgang durch ihre Klassiker, ein neuer Song, der mir sehr gut gefallen hat und Stefan Ackermann ist immer noch der blanke Wahnsinn auf der Bühne. Nach dem Konzert mischten sie sich ohne Kontaktängste ins Publikum, feierten und verteilten Autogramme.
Suicide Commado: Mit SC kam das richtige Unwetter über Köln und es schüttete in Strömen, was aber niemanden vom Tanzen abgehalten hat. Auch hier die Klassiker ohne wirklich neues.
Project Pitchfork: Noch eine alte Band denen man richtig angemerkt hat, was für einen Spaß sie hatten ihre Songs mal wieder live zu spielen. Vielleicht bringt sie das auch dazu, mal was neues aufzunehmen.
And One: Wenn Chris Pohl der Dieter Bohlen der Gothic-Szene ist, ist Steve Naghavi Robby Williams. Man kann über And One sagen was man will, aber das ist Entertainment pur und die simplen Melodien sind nur schwer aus dem Ohr zu bekommen. Highlight war die regenfreie Version von Timekiller, zusammen mit Project Pitchfork.
Für die
Krupps war es leider zu spät, da wir noch nach Hause mussten...