Das Law Blog berichtet vom
Verkauf von Defibrilatoren bei Plus und dem damit verbundenen Aufstand der Ärztekammer.
Für die Akten: Es handelt sich nicht um einen klassischen Defibrilator (wie man ihn aus Film und Fernsehen kennt), sondern um ein
AED (Automatisierter externer Defibrillator). Weiterhin wird damit kein Herzstillstand behandelt, sondern Kammerflimmern (Herzinfarkt).
Um es mal umgangssprachlich zu sagen: Die Uhr tickt nicht mehr richtig und man haut mal mit Schwung davor.
Die AEDs sind speziell für Laien konstruiert und eine Fehlbedienung ist technisch ausgeschlossen. Man legt die Elektroden an und das Gerät korrigiert so lange die Position, bis sie richtig sitzen. Dann führt es eine Messung durch, ob ein Kammerflimmern vorliegt. Ist dies der Fall - und nur! dann - kann man einen Schock absetzen.
Bei einem Herzinfarkt, bei dem jede Minute zählt, ist es so also möglich durch Laien Leben zu retten. Diese Geräte hängen bei mir im Werk an vielen Ecken. Die "Schulung" besteht darin, dass man sich an die Anweisung des Gerätes hält.
Rechtlich ist die Anwendung eines AEDs unsicher, da es sich um ein Medizingerät handelt und damit eine Schulung erfordert. Auf der anderen Seite liegt bei Anwendung immer ein Notfall vor, so dass jeder Rechtsverstoß durch nicht geschulte Personen nichtig ist.
Bei einer Studie in den USA wurden AEDs ausgiebig getestet: Las Vegas, alte Menschen, große Hitze, schlechtes Essen, viel Stress, der ideale Tummelplatz für Herzinfarkt. Auf der anderen Seite eine Menge Wachpersonal und Bedienstete, die schnell mit einem AED vor Ort sein konnten. Der Erfolg nach einem Jahr Test: 95% weniger Herzinfarkt Tote.
Böse Zungen könnten nun behaupten, da hat jemand Angst vor Machtverlust...
Hinweis von Janni per Mail