Warren Ellis - Crocked Little Vein
"Ellis is a connoisseur of the weird and squicky, and he's saved his best material for us in this volume." Cory Doctorow
Damit ist eigentlich alles gesagt, vordergründig ein Krimi. Ein kaputer Privatdetektiv auf der Suche nach einem Buch, wäre die Handlung in einem Satz, aber was Ellis an Ideen ausgräbt lässt einem zum Teil das Blut in den Adern gefrieren. Böse, witzig und man weiß genau, das muss nicht zwingend eine Fiktion sein. Ups, ich sehe gerade das habe ich 2007 gelesen. Egal, immer noch sehr gut, dann kommt noch ein aktuelleres dazu.
Toby Frost - Space Captain Smith
Endlich mal wieder eine Space Opera, dann noch mit einem leichten Steampunk-Aroma, was will man mehr? Frost schreibt Pulp und hat sichtlich Spaß daran. Es geht nicht um tiefe Poesie, sondern um pure Unterhaltung mit ner Menge Augenzwinkern und Insider-Gags für SF-Fans. Wer einfach mal wieder in den Weltraum abtauchen möchte, ist hier bestens bedient.
Iris Kammerer - Varus
Historische Romane gibt es wie Sand am Meer, aber Iris ist mit diesem Roman etwas besonders gelungen und das gleich in zweifacher Hinsicht. Wie alle ihre Romane ist er glänzend recherchiert, aber die Umsetzung der Varus-Schlacht ist erfrischend anders. Kein Heldenepos, sondern schmutziger Krieg gegen einen Gegner, den man nicht zu fassen bekommt. Diese Stimmung ist zeitlos und war vor 2000 Jahren nicht anders heute in Vietnam, Afghanistan oder Irak. Zu dem finde ich ihn erfreulich "britisch" und der Vergleich zur Cornwell ist völlig legitim: Viele Fakten, gute Charaktere und dennoch unterhaltsam. Die Herz-Schmerz-Geschichte sucht man vergeblich, dafür bekommt der Leser eine sehr zarte Liebesgeschichte, die sich nicht aufdrängt, sondern nahtlos in die Erzählung einfügt.
Stieg Larrson - Verblendung
Der Krimi des Jahres für mich. Eine düstere Geschichte über menschliche Abgründe, erzählt in einer komplexen Geschichte mit vielen Handlungssträngen. Auch für nicht Krimi-Fans absolut empfehlenswert.
Cory Doctorow - Little Brother
Inhaltlich der wichtigste Roman des Jahres. Doctorow gelingt es ein politisch wie technisch schwieriges Thema für den Laien verständlich in eine spannende Geschichte zu verpacken, die für Jugendliche geschrieben wurde (aber nicht nur). Terrorismus, Datenschutz, Verschlüsselung und Terror-Paranoia gegen all diese Themen stellt sich der jugendliche Held und zeigt wie sinnlos und machtbesessen die Politiker handeln. Das Buch ist u.a. online erhältlich, mittlerweile auch als deutsche Übersetzung.
Philip Reeve - Larklight
Noch ein Jugendroman, diesmal Steampunk. Wunderschön und vor allem passend illustriert, reist der Leser mit den jungen Helden durch den Aether und lernt dabei, dass die Teestunde auch in der Zukunft der Vergangenheit immer noch eine britische Tugend ist.
Jim Butcher - Furies of Calderon
Fantasy, die ich nicht aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist zwar klassisch, aber Butcher gelingt es Fallstricke und plötzliche Wechsel der Handlung einzubauen, so dass man die nächste Seite kaum erwarten kann. Ich freu mich schon auf die anderen Teile, der Saga.
Nicolas Vernier - Das Schneekind
Mal was ganz anderes: Ein Sachbuch/Bildband. Nicolas Vernier reist mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in die Wildnis von Alaska um dort einige Monate zu verbringen. Mit wunderschönen Bildern fängt er die Natur und das Leben seiner Tochter ein, die ihren neuen "Spielplatz" Alaska mit neugierigen Augen erkundet.
Mark Haddon - The Curious Incident of the Dog in the Night-time
Ein Buch, das man liebt oder hasst. Ein 15jähriger Junge leidet unter einer leichten Form von Autismus, als der Nachbarshund ermordet wird, macht er sich auf den Täter zu finden. Was das Buch auszeichnet ist der Versuch, sich in die Welt und die Wahrnehmung eines Autisten einzudenken. Christopher (der Junge) erzählt in Ich-Form von seinen Erlebnissen und entführt den Leser in eine komplett andere Welt, die für ihn ganz normal ist.
Will Wheaton - Just a geek
Will Wheaten kennen die meisten noch als den nervigen Ensign Crusher von der Enterprise, mittlerweile ist er erwachsen geworden, betreibt ein erfolgreiches Blog und schreibt mit Leidenschaft. In Just a Geek lernt man natürlich auch einiges über das Leben eines Star Trek Schauspielers, aber vor allem wird man auf eine nostalgische Reise in die eigene Jugend mitgenommen und sagt bei jedem Kapitel "Ja, so war das damals als Geek.".
Tobias O. Meißner - Das Paradies der Schwerter: Eine Geschichte über Kampf, Zufall und das Gegenteil von Nichts
Fantasy hat bei der "ernsthaften" Presse keinen guten Ruf, wenn dann aber die FAZ über dieses Buch "Meisterwerk" schreibt, lohnt es sich mal genauer hinzuschauen. Meißner zeichnet seine Welt in "Paradies der Schwerter" nur mit dünnen Strichen, auch die Charaktere bleiben schemenhaft und besitzen oft nicht mal einen richtigen Namen, aber die Art der Erzählung zieht einen in den Bann. Ein blutiger Kampf in einer Arena irgendwo, die Teilnehmer alte Helden, Verbrecher, Unbekannte, Verzweifelte. Der Gewinner bekommt viel Geld, aber kann es überhaupt Gewinner geben?