Mit dem
5. Flammenzauber-Festival kann man von einer festen Einrichtung in der Neofolk-Szene sprechen, insbesondere eine mit gutem Namen. Leider konnten Frau Cynx und ich erst am Samstag Richtung Wasserburg Heldrungen aufbrechen und haben so den Top Act des Freitags
Coph Nia verpasst, der uns noch vom WGT 2003 in guter Erinnerung war. Nach knapp drei Stunden Fahrt ins tiefste Thüringen war das Hotel schnell gefunden und wir machten uns fertig für den Konzertabend.
Die
Wasserburg Heldrungen bietet das passende Ambiente für eine Festival, das von Musik über Kunst bis hin zu Vorträgen reicht. Allerdings ist der "Konzertsaal" nicht ideal, ein langgestrecktes eher niedriges Kellergewölbe macht es selbst großen Menschen wie mir schwer etwas zu sehen.
Vor dem ersten Konzert war noch Zeit für etwas Small Talk mit Herrn
Zinnober Chefredakteur (wie üblich betriebsam, aber sehr hilfsbereit) Dominik, der von einem erfolgreichem Freitag berichtete.
Erstes Act des Abends war Sturmpercht eine Gruppe aus Österreich, die sich von Konzept und CD vielversprechend anhörten. Nach zwei Stücken sind wir allerdings wieder geflüchtet. In wilden
Perchtenkostümen boten Sturmpercht musikalisch eher eintöniges von dem auch noch viel von Band kam.
Der nächster Act des Abend kam eher unscheinbar daher:
Agnivolok aus Israel. Eine kleine, fast schüchtern wirkende Frau betrat die Bühne und hatte eine Melancholie in der Stimme, die Steine zum Weinen bringen könnte. Schön, aber durch die oben schon erwähnte nicht ideale Location kaum etwas zu sehen.
Die Halle füllte sich, denn nun kam der Headliner: Blood Axis seit langer Zeit wieder in Deutschland und zum ersten Mal mit kompletten Liveset. Anfänglich hatten sie mit Soundproblemen zu kämpfen, was aber der Motivation der Musiker keinen Abbruch tat. Neben Klassikern des Blood Axis Schaffens durfte natürlich auch "Wir rufen deine Wölfe"

, die Vertonung des Gedichtes von
Friedrich Hielscher nicht fehlen. Zu
Blood Axis selbst hatte ich schon etwas geschrieben, es ist wirklich unglaublich was für ein Aufwand getrieben werden mußte, damit die Band auch in Deutschland spielen konnte. Nachdem Michael und Annabel nach eine Zugabe mit traditionellen Jigs & Reels gegeben hatten sind wir spät aber zufrieden ins Hotelbett gefallen.
Fazit: Eine rundherum gelunge Veranstaltung mit ausgesuchtem Programm, die mit über 300 Musikfreunden auch gut besucht war (darunter auch andere
Blogger) ohne negative Zwischenfälle, was bei Neofolk-Konzerten leider nicht selbstverständlich ist. Beim nächsten Mal sind wir auch gerne wieder dabei.