Die tradionelle Konzerthalle "
Batschkapp" in Frankfurt war gestern bis zum Bersten gefüllt. Weit über 700 Fans drängelten sich in der kleinen Halle, um
Soman,
Diorama und natürlich
VNV Nation zu erleben. Und geil war es: sauberer Klang, super Stimmung und viel Musik für die Karte. Nur die Enge war so arg, daß an Tanzen nicht zu denken war. Die Auswahl der Vorbands fand ich persönlich sehr gelungen, mit Soman als Industrial Kracher und Diorama mit Electro-Pop wurde eine große Bandbreite im Genre abgedeckt.
Soman
Pünktlich um 21 Uhr warf Soman den Apple an und ließ die Halle erbeben. Harte Industrialklänge, die einen gleich in Bewegung brachten. Ein paar Klassiker aus den Clubs gemischt mit neuem Material und nichts war zu spüren vom traurigen Job eines Openers. Die Halle wippte mit und bewegte sich soweit das in der Enge ging. Die 30 Minuten Spielzeit gingen rasend schnell rum.
Frau Cynx (1,60m):
"Verpaß ich irgendeine geile Bühnenshow da oben?"
Moi:
"Kerl mit Glatze, zappelt hinter Apple zu Lichtgewitter."
Frau Cynx:
"Also wie immer..."
Diorama
Nach kurzer Umbaupause betrat die Formation Diorama die Bühne. Melodischer Electropop aus Deutschland bombastisch, knackig und immer tanzbar. Ebenfalls ein schöner Set an Songs, nett aber nicht ganz mein Geschmack. Nach 45 Minuten war das Programm durch und man erwartete die Headliner des Abends.
VNV Nation
Kaum zeigte sich die stilisierte Fackel auf den Projektionwänden, hob sich die Stimmung in der Halle noch mal ganz gewaltig. Mit dem Opener Chrome betrat Ronan und Kollegen die Halle und irgendwie schaffte man es doch etwas zu tanzen ohne dem Nachbarn einen Knochen ins Auge zu drücken.Der zweite Track endete erstmal gesangstechnisch sehr abrupt. Ein Idiot wollte bei dem Gedränge unbedingt Pogo tanzen, Ronan brach ab und zeigte ihm sehr deutlich was er davon hält. Normalerweise kein Problem, aber nicht in einer überfüllten Halle. Die direkte Ansprache half und man steuerte von einem Highlight zum nächsten. Immer mal wieder Songs aus der neuen "Matter & Form" gemischt mit alten Krachern wie Standing oder Future Perfect. Gegen Ende des Konzertes mußte besagter Idiot wieder Pogo tanzen. Gleiches Spiel, aber diesmal bewies der Sänger von VNV Nation großes soziales Geschick. Der Störer wurde in ein Gespräch mit ihm verwickelt, in den Mittelpunkt gestellt und wurde von Ronan damit beauftragt für Ruhe auf der Tanzfläche zu sorgen. Problem gelöst. Insgesamt war die Band bei guter Stimmung und das Publikum wurde immer wieder miteinbezogen. Nach meinem Liebling Honour (in der 2003 Version) und drei Zugabe war ich dann auch endgültig fertig und bereit für den Heimweg.
Die Enge in der Halle drückte allerdings etwas auf die Stimmung. Man konnte eben nicht locker die Hände heben und mitklatschen wie es sich die Musiker gewünscht haben, was die Hall eben nicht in einen brodelnden Hexenkessel verwandelte. Dennoch ein Superkonzert mit genialer Stimmung. Am nächsten Morgen: Müde, leicht taub und immer noch mitsummend. Was will man mehr?