Über Ridley Scotts
Kingdom of Heaven ist schon viel geschrieben worden (o.a.
hier, so daß ich den allgemeinen Rant über den Film auslasse. Nur so viel: So schlimm finde ich die Übersetzung gar nicht, da sie IMHO auch gut zum Thema passt: Jerusalem ist das Königreich mehrerer Himmel.
Anyway.. anfänglich hatte ich befürchtet, der Film würde gut in die lange Orlando Bloom Filmnacht passen, die man kurz an seinen Ausrufen zusammenfassen kann: "Da! Orks!", "Da! Piraten!", "Da! Griechen!" käme nun ein "Da! Sarazenen!"
Der Film war deutlich besser als das. Scott gelingt es sehr gut das heikle Thema in einen spannenden Film zu verpacken und niemanden wirlich als Sieger aussehen zu lassen. Ohrfeigen hätten Balian alias Orlando allerdings dennoch verdient. Er hat kein Problem die verheiratete Frau eines Templers und Schwester des Königs zu poppen, aber aus "tiefen Gewissensgründen" lehnt er es ab diese Frau zu heiraten und den (bösen) Ehemann hinrichten zu lassen, womit der Krieg seinen Lauf nimmt und Unzählige sterben.
Bei Ritterfilmen kann ich mich zu einem echten A-Fanatiker
1 entwickeln, aber dieser Film kommt recht gut weg. Die Schnitzer sind alle erträglich oder man hat sogar wirklich aufgepasst. Die Sättel sind glücklicherweise kein Westernsättel und die Schuhe meistens passend. Aber bei Waffen habe ich ein bisschen was zu kritteln (wo auch sonst?): Die Kettenhemden waren nicht vernietet und die Schwerter kamen aus allen Zeiten (lustig am Anfang der "deutsche" Wikinger mit Franziska und Wikingerschwert), auch der Kampfstil beidhändig hoch über dem Kopf ist Unsinn. Zu der Zeit kämpfte man mit Schild und Schwert. Selbst die Technik mit dem Schwert zu parieren ist eine späte Erfindung und entstand erst mit der Hochzeit der Parierstange.
Der
Templerorden, der im Film den Bösewicht mimt, hat historisch eine andere Geschichte. Seine Erfolge lagen weniger im militärischen Bereich, als im wirtschaftlichen (sie erfanden unter anderem eine Art "Pilger-Mastercard"). Dieser Erfolg hat ihnen dann auch das Genick gebrochen, denn sie wurden dem herrschenden Adel zu gefährlich.
1) Authentizitäts-Fanatiker: