oder "
wenn harte Jungs weinen"
Seit wenigen Tagen ist "
La Ultima" die DVD des
Onkelz Abschlußkonzertes auf dem Markt. Direkt auf Platz
Eins der Charts und
Platin gegangen haben die vier Jungs aus Frankfurt wiedermal bewiesen, daß man keine Presse braucht um Platten zu verkaufen. Aufgezeichnet wurde das Konzert in Berlin 2004 und bietet mit 30 Songs auf 2,5 Stunden eine Menge Musik für Auge und Ohren. Das wirklich letzte Konzert fand vor zwei Wochen auf dem Lausitz-Ring statt und hat noch mal alle Rekorde gebrochen. Knapp 100.000 Fans bevölkerten den Eurospeedway Ring um Danke zu sagen für die letzten 25 Jahre. Begleitet wird die Konzert-DVD von einer Doku-DVD, die einen knapp 100 minütigen Tourfilm enthält, der sämtliche Stationen der letzten Tour noch einmal Revue passieren lässt. Präsentiert wird das Ganze in einem schönen Schuber als dickes gebundenenes Tourbuch mit zahlreichen Fotos und begleitenden Texten. Solche DVDs sind der beste Kopierschutz, der Mehrwert des begleiteden Materials macht es vollkommen sinnlos die Silberlinge zu rippen. Gerade dem Tourfilm gelingt es etwas von der besonderen Stimmung einzufangen und den "Geist der Onkelz" noch mal lebendig werden zu lassen. So sieht man beim Abschlußkonzert mehr als eine Träne bei den harten Jungs rollen, als sich das Publikum in Hamburg oder Dortmund komplett hinkniet oder die abgebrochene Ansage, als die Worte fehlen für den Abschied fehlen. Für knapp 30 EU ein gelungenes Abschiedswerk einer Band, die einmalig ist in Deutschland.

Für mich waren die Onkelz immer ein Teil meiner "Subkultur" und ich kenne sie seit ihren ersten Tagen. Sogar das Demo-Tape mit den ersten Punksongs nenne ich mein eigen. Die Band ist umstritten - ohne Frage - aber wie so häufig fehlt es sachlicher Diskussion bei der Kritik, was dazu führte, dass die Onkelz seit ca. fünf Jahren keine Presseinterviews mehr geben. Kritik ist wichtig und auch notwendig, aber es wird nur auf drei Songs aus einem Repertoire von fast 400 Stücken reflektiert, dabei die Aussagen der Band selbst unter den Teppich gekehrt. Dabei gäbe es bei den aktuellen Sachen so viele interessante Fragen, Kritiken und Diskussionen nur auf die hat sich nie jemand eingelassen.
Die ach so toleranten Intelektuellen die immer wieder Verständnis für "Täter" fordern strafen sich hier selber Lügen, denn sie möchten ihre billigen Feindbilder nicht verlieren. Da kann sich die Band ruhig von ihrer Vergangenheit distanzieren und durch Aktionen ein deutliches Gegenzeichen setzen. Gerade die Presse will davon nichts hören, denn auch heute lässt sich mit den "Ekel Onkelz" die bei ihrem Konzert in München einen Song "Gutschein für die Gaskammer" im Programm haben Schlagzeilen machen (Münchner Abendblatt 2004). Das da überhaupt nichts von wahr ist, tut dabei nichts zur Sache.
Ich hätte mir manchmal gewünscht so ein "Journalist" hätte mal einen Feldversuch gemacht und wäre mit "eindeutigen" Kleidungsstücken auf ein Onkelz Konzert gegangen, um zu beweisen wie rechts das Umfeld ist. Ich kenne jedenfalls keine andere Band, die einen Teil ihrer Security abstellen um die Konzertbesucher auf rechte Symbolik abzuscannen, Hausverbot auszusprechen und direkt vor die Tür zu setzen (meist weniger sanft).
Aber jetzt verfalle ich auch dem gleichen Schema der ewigen Verteidigung gegen ewig gleiche alte Anschuldigungen.
Da ende ich lieber mit einem
Zitat der Lausitzer Regional-Presse und sage "Adios Los Tioz":
"
Die Faszination, die von der Band für ihre Fan-Gemeinde ausgeht, ist für normale Musiklieber nur schwer verständlich. Dennoch sind die Onkelz ernst zu nehmen eine Band, die die Gescheiterten und Frustrierten vertritt wie kaum eine andere. Einfache Texte, krachende Gitarren und das Gefühl zu vermitteln: Wir sind so wie ihr. Wir sind zwar gescheitert, aber wir halten zusammen. Wir treffen uns hier, im versandeten Osten, zu unserem letzten
Konzert, um der Welt den Stinkefinger zu zeigen. Die Identifikation mit der Band, die zum großen Teil selbst aus zerrütteten, asozialen Verhältnissen kommt, ist groß. Und wer auf ihrer Abschieds-CD Texte mit Nazi-Ideologie vermutet hat, wird lange suchen müssen. Die Onkelz argumentationslos in die rechte Ecke zu stellen, ist der bequemste Weg, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Wahrheit liegt tiefer: Vielleicht sind sie nur eine ruppig-schmuddelige Antwort auf eine Politik, die selbst hilflos wirkt."