oder
Spiegel,
Welt oder noch schlechter
Schwäbische Zeitung (und all die
anderen).
Weil sie so schön schlecht ist nehmen wir mal die Schwäbische Zeitung:
Die deutsche Hardrockband Böhse Onkelz ist angezeigt worden, weil sie verbotene rechtslastige Lieder gespielt haben soll. Eine Sprecherin des Landeskriminalamtes Brandenburg bestätigte die Anzeige, über die die Tageszeitung «20 cent» berichtet hatte.
Da haben wir schon den ersten Presse-Verdrehe:. Die Anzeige ist wegen der Aufführung verbotener Lieder und zwar von der CD "Der nette Mann", die komplett indiziert ist. Von "rechtslastig" ist dabei nirgendwo in der Orginal-Meldung die Rede und wäre auch sachlich vollkomme falsch = Journalistenpfurz.
Aber auch die anderen Zeitungen bringen die Meldung mehr oder weniger mit Rechtsradikalismus in Verbindung, meist jedoch unterschwelliger. Sachlich stimmt die Aussage, es wurden Stücke von besagter CD gespielt und das ist verboten. Nur waren es keine "rechtslastigen" Song. Mal davon abgesehen davon, daß der Hauptgrund der Indizierung von"Der nette Mann" ein Lied gegen Kinderschänder ist. Wenn auch ein sehr drastisches. Die besagten "Rechtssongs" der Onkelz erschienen 82 und 83 auf Demotapes und sind nie auf veröffentlicht worden.
Dieses Vorgehen ist für viele Künstler nichts besonderes, seien es die Ärzte, Slime, Atari Teenage Riot oder Hans Söllner. Letzterer macht während des Konzertes regelmässig Rechnungen auf wie viel von seiner Gage nach dem Auftritt erhalten bleibt. Man spielt ein indiziertes Stück und bezahlt die "Rechnung" vom Staatsanwalt, daß ist bei anderen Bands keine Zeile Nachrichten wert. Auch bei den Onkelz nichts neues und seit Jahren gemacht. Aufgefallen ist es dem Blätterwald durch die ordentlich Anmeldung des Konzertes bei der GEMA mit allen geplanten Stücken - darunter auch die indizierten, da braucht man keine geheimnisvollen Quellen die den Song erkannt haben, sondern muß nur Lesen können. Das wird eine Ordnungsgeld geben und das war es. Aber was tut man nicht alles für eine Schlagzeile die nach einer echten Sensation aussieht: "
Am Ende der Band zeigen sie ihr wahres Gesicht".
Lieber Schwaben-Autor, bewirb dich bei der Bildzeitung, die können Leute ohne journalistischen Verstand, viel Fantasie und ohne Skrupel gut gebrauchen.
Bei so einer falschen Berichterstattung dürft ihr euch darüber nicht wundern:
"
Auf Nachfrage von «20cent» war das Onkelz-Management zu keiner Stellungnahme bereit. Auf der Internet-Seite der Band heißt es: «Die Onkelz arbeiten (...) nicht mit der Presse zusammen. Sie geben keine Interviews an Tageszeitungen und lassen diese Journalisten und Fotografen seit der Tour 2002 auch nicht mehr in ihre Konzerte. Es sei denn, diese Journalisten kaufen sich ihre Karten selber.»
Denn das, meine liebe schreibende Zunft, habt ihr euch selber zu zuschreiben.