Manche Gespräche prägen einen mehr, als man sich selber bewusst ist und Informationsfetzen bleiben hängen, die man sich mit intensivem Lernen warscheinlich nie ins Hirn hätte holen können. "
The Alamo" ist so ein Fetzen.
Hätte man mich vor fünf Jahren nach Alamo gefragt, wäre meine Antwort wohl gewesen "so'n Streifen mit John Wayne", mittlerweile weiß ich es besser. Alamo ist für Texaner ein Sinnbild, dass in Europa nur schwer vergleichbar ist. Historisch verteidigt damals eine kleine Gruppe in einer aussichtslosen Schlacht die Mission gegen die mexikanischen Truppen während der texanischen Revolution. Nach 13 Tagen Belagerung fiel die Stellung und bis auf wenige Überlebende wurden alle Verteidiger getötet. Aber diese Schlacht gab der texanischen Revolution die Zeit eine Regierung aufzubauen und ihre Verfassung zu erarbeiten. Vor knapp zwei Jahren sassen wir in gemütlicher Runde zusammen bei
Lightning Bear in der Küche und an der Wand hing ein Bild von "The Alamo". Irgendwie kam das Gespräch auf das Gebäude und er war sehr verblüfft, dass wir diese Geschichte nicht kennen. In einer flammenden Erzählung (wie es wohl nur ein Comanche kann) bekamen wir Nachhilfe in texanischer Geschichte, bei der wir auch lernten, dass Texas als einziger US-Staat eine Klausel im Staatsvertrag mit den USA hat, sich jederzeit wieder aus dem Staatenbund wieder lösen zu können.
Eigentlich hatte ich diese kurze Episode komplett in den Hintergrund gedrängt, aber als gestern auf der
Hidalgo-DVD (schöner Sonntag-Abend-Film übrigens) eine Vorschau auf die Neuverfilmung von
Alamo lief, kamen all diese Details wieder hoch. Man lernt eben doch für's Leben und nicht für die Katz.