Der Sommer bringt kein gleichnamiges Loch, sondern eher im Gegenteil viele spannende Veröffentlichungen. Insbesondere für Fans die sich im breiten Feld der Mittelalter-Musik umtun ist dieser Sommer ein wahres Freudenfest. In Extremo, Corvus Corax, Subway to Sally und viele andere gehen mit neuen Alben an den Start. Eine weitere Band die sich leise aber kompetent in die Topliste der Mittelalterbands gespielt hat ist
Faun, die mit Renaissance gerade ihr drittes Album veröffentlicht haben.
Mittlerweile ist es schwierig, sich in diesem Genre sich wohltuend von anderen Bands abzuheben und den eigenen Stil zu finden. Den Faunen gelingt dies aber auch mit dem dritten Wurf hervorragend und vor allem mit hohem Wiedererkennungswert: Den Faun-Klang erkennt man wieder und ist zum Markenzeichen geworden. Rhythmisch, mystisch, mehrstimmig, sie selbst nennen es Pagan-Folk:
Der Ausdruck „Paganfolk“ ist auf Paganismus / Naturreligion zurückzuführen. Bei diesem verstärkten, abendfüllenden Konzertprogramm entführen die Musiker das Publikum auf die musikalische Reise in eine vergangene Welt. Der Klang der mittelalterlichen und orientalischen Instrumente wird von digitalen Klanglandschaften getragen. Elektronische Beats treffen mit archaischer Kraft auf althochdeutsche Zaubersprüche, Dudelsack und Harfe verschmelzen mit Synthesizer und Sampler zu einem beschwörenden Ganzen. Faun hat sich zum Ziele gesetzt die Musik des Mittelalters wiederzubeleben. Ebenso authentisch, wie auch mit spielerischer Perfektion gelingt dies dem Münchner Ensemble. Nicht nur Dudelsack und Trommel erklingen, sondern auch mehrstimmige Gesangssätze, bulgarische Tänze, orientalische Stücke, wie die Lieder eines Neidhart von Reuentals oder Oswald von Wolkensteins. Mit einem schier endlosen Fundus an alten Instrumenten wird eine Musik heraufbeschworen, die der ursprünglichen Kraft von Folk- und Weltmusik in nichts nachzustehen hat.
Alte Texte und Balladen werden mit all ihrer Größe einem heutigen Publikum begreifbar gemacht. Treibende Perkussionteppiche erklingen, Harfe, Drehleier und Schlüsselfiedel entführen in vergangene Zeiten.
(Presse-Info).
Auch Renaissance verbeitet wieder diesen Zauber längst vergangener Zeiten und den Faunen gelingt es trotz Einsatz elektronischer Instrumente beide Welten zu verbinden und einen einheitlichen Klang zu erschaffen. Keine dröhnenden Trommeln und fiependen Dudelsack-Orgien wie bei vielen Kollegen, sondern Flöten, leise Percussion und Gesänge. Die neue CD bietet wieder eine gute Mischung aus traditionellen Stücken und Eigenkompositionen, die aber qualitativ nicht im geringsten zu unterscheiden sind.
Wirklich perfekt wirkt dieser Zauber dann auf der Bühne und versetzt selbst den härtesten Realisten in das Mittelalter. Wer Gelegenheit hat Faun einmal live zu sehen, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen.

Erscheinungsdatum: 4. Juli 2005
Label: Curzweyhl (rough trade)
ASIN: B0009PZPJM