Den Höhepunkt der Wahlschlacht werden Frau Cynx und ich kaum mitbekommen, schon eher die Walschlacht (Pardon, the pun), denn am 18.9 sind wir noch auf Island. Die Briefwahl wurde vor einiger Zeit beantragt und damit sollten die Unterlagen in den nächsten Tagen eintreffen. Das entscheidende Kreuz steht bei mir daher deutlich früher an... nur was tun?
Die
Egal-Wahl war ein sehr treffender Artikel in der letzten Ausgabe des
Neon-Magazins. Die Probleme des Landes lassen keinen Platz für grosse Idealisierungen und radikale (im richtigen Sinne von: radix= zur Wurzel gehend) Meinungsmissionierungen zu. Egal wer gewinnt, er sieht sich den gleichen Herausforderungen gegenüber wie die SPD, hat die gleichen Möglichkeiten (=Geld) zur Lösung. Der Raum zu rangieren ist damit klein. Viele der aktuellen Gesetze sind durch die Situation im
Bundesrat von der Opposition mitverantwortet worden (was sie in Zeiten des Wahlkampfes gerne vergessen). Man fragt sich, wenn sie denn die so viel besseren Ideen haben: Warum haben sie sie nicht damals schon eingebracht?
Gut da gab es mal das Argument von Frau Merkel "Das ist nicht unsere Regierung, sollen die doch sehen was sie machen" (sinngemäß zitiert), soll ich daraus etwa schliessen: Ihr habt eine Lösung, aber ihr seht lieber das Land mit wehenden Fahnen untergehen, nur damit ihr sagen könnt "Ich habe es ja gleich gesagt?". Ich glaube ich werde Politiker nie verstehen...
In HR1 lief letzte Woche eine Quizsendung, bei der man eine zentrale Wahlthese aus dem aktuellen Programm einer Partei zu ordnen sollte. Das verblüffende Ergebnis: Mehr als 80% lagen falsch, selbst die Thesen die man als absolut sicher Links/Rechts/Liberal getippt hatte, standen bei jeweiligen
Todfeind im Programm. Die abgespeicherten und erlernten Meinungen helfen also auch nicht weiter.
Womit wir wieder bei der Ausgangssituation wären. Wen wähle ich?
Der
Wahl-O-Mat soll helfen und lässt die Parteien zu 30 elementaren Punkten Stellung beziehen. Das Ergebnis:
Die Linke.
WTF?! Wie komme ich denn da hin? Sorry Jungs, aber NO WAY. Ich bin durch und durch Pragmatiker, da kommen mir eure Stammtischideen total quer, mir mangelt es bei euch massiv an einer Finanzierung und die (Teil-)Finanzierung, die geplant ist kommt in erster aus meiner Geldkatze. Da bin ich nicht nur Pragmatisch, sondern auch Egoist.
Der
Political Compass hat mich auf seiner
Karte auf der Libertarian-Achse relativ weit unten und mit einem Tick nach rechts einsortiert, beim zweiten Mal ca. ein Jahr später, die gleiche Höhe und mit einem Tick nach links.
Da könnte man auf die
FDP kommen, nur sind die schon lange keine Liberalen mehr, sondern in erster Linie Opportunisten. Die ehemals harten Forderungen werden schnell weich und brüchig, wenn es um Macht in einer Koalition geht. Aus dem "Niemals mit uns" wird ein, "wenn wir dann mitspielen dürfen, vergessen wir das..". Umkippen als zentrales Wahlkampfthema und das zur Perfektion gebracht. Vielleicht sollte die FDP mal die absolute Mehrheit bekommen, damit die Ausrede Koalition nicht mehr zieht, aber dann würden sie warscheinlich auch umkippen... vor Schreck.
« Habe nun, ach! Philosophie, / Juristerei und Medizin, / Und leider auch Theologie! / Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. / Da steh ich nun, ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor;». lässt Goethe seinen Faust sprechen, als hätte er die aktuelle Situation voraus gesehen und ich habe gar nicht mal so viel studiert...
Noch habe ich aber Zeit bis die Wahlunterlagen kommen und kann noch mal in mich gehen, vielleicht ist
Auswandern doch die Lösung...