Da ist er wieder mal vorbei, der 3. Oktober, der Nationalfeiertag und wie jedes Jahr lässt es mich nur den Kopf schütteln. Das man hier zu Lande ein Problem mit dem Wort Feiertag hat ist nichts neues, jedenfalls solange es nicht um das Oktoberfest geht oder der Feiertag ein Teil einen wirklich coolen und intellektuellen Gegenbewegung ist. Aber selbst dann wird es mindestens fünf Gegen-Gegenbewegungen geben (wobei sich aber alle nebenher versichern, wie tolerant sie doch sind und man die Gegenbewegung doch als Gewinn sehen sollte).
Die "Wir sind Deutschland Kampagne" ist wirklich blöde gemacht, weniger Testimonials (=Prominente), mehr Normalos und das Ding wäre anschaubar gewesen (und vor allem nicht so einfach angreifbar). Da war es sehr einfach die Intention zu verdrehen und eine, zum Teil sehr gelungene, Satire daraus zu machen. Genau da setzt, aber das erste Mal meine Motorik in der Nackenmuskulatur ein und bewegt das erste Mal zaghaft den Kopf von links nach rechts. Warum gibt es solche Aktivitätsschübe bei "dagegen" sein, aber nur plattes Arschsitzen beim "dafür" sein? Meist wird das "Dafür" sein so gar als extrem unkühl und wenig intellektuell empfunden. Dabei ist gar nicht mal die inhaltliche Meinung, die mir aufstösst, sondern ihre Umsetzung. Man kann die Dagegen-Position auch als eine Dafür formulieren, nur ist dagegen bequemer, denn sie verschiebt die Aktivität auf das Gegenüber.
Anyway... Nationalfeiertag: Traurig gerade wenn man den mit anderen Ländern vergleicht. Wer mal in Norwegen den Nationalfeiertag (17.Mai) verbracht hat (oder einem beliebigen anderen skandinavischem Land), der wird schnell feststellen, dass das Wort
Feier hier sehr wörtlich genommen wird. Sowohl für den Staat, als auch Städte, Gemeinden, so wie Kneipen ist dies ein Grund eine Party zu werfen und schon wird aus dem sehr schlecht greifbaren Tag ein Erlebnis für jeden. Und hier? Staatsakt, Reden, wichtige Minen = Langeweile. Sorry Jungs so wird das nix.