Das (im übrigen sehr schlechte) Buch Da Vinci Code brachte dem Leser die Überlegung nahe, was ist wenn die Bibel falsch ist und die eigentliche Geschichte eine andere?! Das wäre mit Sicherheit sehr ärgerlich für die Kirche, würde aber nicht an ihrem Glauben rütteln. Die die zentrale These des Christentums: "Jesus ist der der wiedergeborene Sohn Gottes" lässt sich nicht widerlegen, sondern ist ein fester Glaubensgrundsatz. Welchen Weg Jesus dabei genommen hat und welche Geschichten erlebt, ist sekundär für den Glauben, da er weiter existiert.
Im Islam sieht die Sache etwas anders aus, denn hier ist die Entsprechung nicht Bibel=Koran, sondern Jesus=Koran. Das heilige Buch Koran ist für den Islam Dreh und Angelpunkt ihres Glaubens. Ändert sich die Stellung oder der Inhalt des Koran, ändert sich der ganze Glauben. Das ist einer der Gründe, warum der Islam den Punkt "Religionskritik" weiträumig meidet. In der islamischen Theologie gibt es keine konstruktive und kritische Rezension mit dem Koran, weil das eine Kritik am Glauben wäre. Ebenso wenig, wie der Vatikan auf die Idee käme nachzufragen, ob das mit der Wiedergeburt eigentlich ne gute Idee ist. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Bibel ist hingegen problemlos möglich.
Was aber wäre, wenn nun ein Manuscript auftaucht, dass den Koran in Frage stellt? Da es sich um eine handfeste Schrift handelt, ist sie deutlich angreifbarer, als eine metaphysische These. Genau dies scheint passiert zu sein, ein als verschollen geglaubtes Manuscript soll wieder aufgetaucht sein nachdem es als zerstört gegolten hat und ganz hollywoodreif spielen auch die Nazis eine nicht unerhebliche Rolle in der Geschichte des Manuscripts.
Spannender Artikel bei der Asia Times Online. Lesebefehl!